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Was ist Cannabis?

Was ist Cannabis?

Cannabis ist der Name der indischen Hanfpflanze und gehört zu der Familie der Hanfgewächse. Die Pflanze enthält den psychoaktiven Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC). Es gibt drei Arten, Cannabis sativa, indica und ruderalis. Medizinisch genutzte Cannabissorten sind heute Hybride der Cannabisarten sativa, indica und ruderalis. Diese Hybride unterscheiden sich in ihren jeweiligen THC und CBD Gehältern, was eine Therapie bei verschiedenen Krankheitsbildern ermöglicht.*

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und Hanf?

Cannabis ist eigentlich nur ein anderes Wort für Hanf. Dennoch versteht man unter Cannabis im Sprachgebrauch THC-haltige Produkte der Hanfpflanze.[1] Neben Marihuana (die getrockneten Blüten, Blätter und Stängel)[2] gibt es auch noch die Bezeichnung Haschisch. Hierunter versteht man das getrocknete Harz der Cannabispflanze. Reine Hanf-Produkte (allen voran Körperpflege Produkte) enthalten meist kein THC und sind somit nicht Psychoaktiv.

Wie wirkt Cannabis?

Wenn Cannabis verdampft und inhaliert wird, setzt schon nach wenigen Minuten eine Wirkung ein. Es können Empfindungen, wie Entspannung und Glückgefühle einsetzen, sowie Schmerzen gelindert werden. Bei einer falschen Dosierung kann jedoch Benommenheit auftreten und die Fähigkeit sich zu artikulieren kann eingeschränkt sein. Die Wirkung hält etwa zwei bis drei Stunden an. Das THC ist dann noch ein paar Tage bis zu wenigen Wochen im Urin nachweisbar.[3]

Die in Cannabis enthaltenen Cannabinoide interagieren mit dem körpereigenen Cannabinoidsystem. Dieses System wird als Endocannabinoidsystem bezeichnet. Durch eine Beeinflussung der dazugehörigen Rezeptoren in Organen wie zum Beispiel dem Magen-Darm-Trakt, der Haut, der Knochen, dem Nerven-, Immun- sowie dem zentralen Nervensystem, ergibt sich eine breitgefächerte Anwendungsmöglichkeit, wenngleich die Konzentration der Rezeptoren in einigen dieser Organe relativ niedrig ist. Im Hirnstamm, der vor allem für die Atem- und Kreislauffunktion verantwortlich ist, ist die Konzentration von CB1-Rezeptoren niedrig. Man geht davon aus, dass es bei Gesunden keine Todesfälle durch eine Überdosierung von Cannabis oder THC gibt, weil die Funktionen des Hirnstamms, durch eine geringe Konzentration der Cannabinoidrezeptoren, nicht erheblich eingeschränkt werden kann.

Die Wirkung kann sich je nach Sorte und individuellem Empfinden ganz unterschiedlich anfühlen. Die einen genießen den glücklich-sorglosen Zustand, die anderen fühlen ihre Kreativität entfesselt, wieder andere sind eher in sich gekehrt, nachdenklich bis bedrückt. Für Schmerzpatienten ist jedoch die schmerzlindernde Wirkung von entscheidender Bedeutung.*

Was sind die unterschiedlichen Wirkungen?

Cannabis kann unterschiedlich auf unterschiedliche Menschen wirken. Auch die Wahl der Sorte kann die Wirkung beeinflussen. Während Schmerzpatienten vor allem an den schmerzlindernden Eigenschaften interessiert sind, erfreuen sich andere an dem angenehmen Zustand der Sorgenfreiheit und Freude. Während die Wirkung manchmal euphorisierend sein kann, gibt es auch Menschen, die nach dem Konsum eher nachdenklich oder bedrückt sind. Man kann auch in seinen Gedanken so tief eintauchen, dass es sich wie eine Gedankenspirale anfühlt. Eine meist unerwünschte körperliche Reaktion kann sein, dass man sich unwohl fühlt oder Übelkeit verspürt. Je nachdem wie Cannabis konsumiert wird, tritt die Wirkung unterschiedlich schnell ein – beim Verdampfen und Inhalieren schon nach wenigen Minuten. Wenn Cannabis als Extrakte oder in Form von Kapseln oral eingenommen werden, tritt die Wirkung verzögert auf.[4]

Wie bereite ich Cannabis auf, dass ich es konsumieren kann?

Es gibt unterschiedlichen Möglichkeiten Cannabis zu konsumieren. Medizinische Cannabisblüten werden im Allgemeinen verdampft und inhaliert inhaliert oder oral in Form eines Extraktes oder Kapseln eingenommen. Bei den Arzneimitteln aus der Industrie kann man zwischen Tabletten und einem Mundspray wählen. Wenn einem der Arzt Cannabisblüten verschreibt, dann bekommt man diese meist schon zerkleinert aus der Apotheke. Ärzte und Apotheker sind sich einig, dass die beste Variante das Verdampfen und Inhalieren von Cannabisblüten ist. Um medizinische Cannabisblüten zu verdampfen, benötigen Sie einen speziellen Verdampfer.

Die Inhalation nach Verbrennung als Joint kann wegen möglicher Gesundheitsschäden nicht empfohlen werden.

Wie wird Cannabis als Medikament eingenommen?

Medizinischer Cannabis kann entweder inhaliert werden oder oral aufgenommen werden – sprich: über die Mundschleimhäute oder die Verdauung aufgenommen werden. Sind Cannabisblüten verschrieben wird die Inhalation mittels eines Vaporisators empfohlen. Es wird davon abgeraten die Cannabisblüten zusammen mit Tabak als Joint zu rauchen und auch das Cannabis in Gebäck zu verbacken ist aufgrund der schwierigen Dosierung nicht zu empfehlen. Cannabis Extrakte in Form von Cannabis-Öl mit THC werden oral aufgenommen. Dronabinol kann inhaliert werden, als Kapseln geschluckt werden oder als Öl ebenfalls oral aufgenommen werden. Darüber hinaus gibt es Fertigarzneimittel zum Schlucken oder als Mundspray.[5]

Wie kann ich sicher gehen, dass ich Cannabis von sehr guter Qualität bekomme?

Grundsätzlich gilt bei Cannabis das, was auch bei allen anderen Substanzen gilt: riechen, schmecken, fühlen – bei komischer Farbe oder schlechtem Geruch sollte man die Finger von dem Cannabis lassen. Cannabis aus unseriösen Quellen kann gestreckt und falsch gelagert sein oder sogar gefährliche Substanzen enthalten. Dieses Problem hat man aber tatsächlich nur beim Straßendealer. Wer Online hochwertiges Cannabis auf Rezept bestellt, der bekommt die beste Qualität. Bei medizinischem Hanf lohnt es sich ein Rezept mit der Lizenz zum selber bröseln zu bekommen – dann bekommt man die beste Qualität.[6]

Ist Cannabis erlaubt?

Grundsätzlich muss man sagen, dass selbst kleine Mengen Cannabis verboten sind. Laut Betäubungsmittelgesetz sind Anbau, Kauf, Verkauf und Besitz von Cannabis verboten. Seit 1995 wird seitens der Strafbehörden lediglich davon abgesehen den Besitz einer kleinen Menge zum persönlichen Gebrauch strafrechtlich zu verfolgen.[7] Für den medizinischen Gebrauch ist seit März 2017 keine Ausnahmegenehmigung mehr nötig – jeder Arzt darf Cannabis als Arznei verschreiben.[8]

Kann Cannabis süchtig machen?

Die meisten Nutzer von Cannabis werden auch bei langjährigem Konsum nicht abhängig und können meistens problemlos auf den Konsum verzichten. Wissenschaftlich bestätigt ist die Möglichkeit einer psychischen Abhängigkeit die ausgeprägter ist, wenn der Konsument sehr früh, im Kinder- oder Jugendalter, anfängt Cannabis zu konsumieren. Die Entzugserscheinungen können aber durch Sport, gesunde Ernährung und Achtsamkeit oft gut gelindert werden.[9]

Was sind Indica, Sativa und Hybrid und was sind die Unterschiede?

Indica und Sativa sind zwei grundsätzlich verschiedene Sorten von Cannabis, denen unterschiedliche Wirkungen zugesprochen wird. Während Indica Sorten eher beruhigend, schlaffördernd und schmerzlindernd wirken gelten Sativa Sorten als euphorisierend und die Kreativität unterstützend. Darüber hinaus gibt es Hybride Sorten bei denen Indica und Sativa Sorten gekreuzt wurden. Diese Sorteneinteilung wurde allerdings vor allem von Schwarz- und Drogenmarkt geprägt. Neuere Untersuchungen legen nah, dass die beiden verschiedenen Cannabis Sorten sich genetisch sehr ähnlich sind und man neue Kategorien braucht, um die verschiedenen Cannabis Sorten zu katalogisieren.[10]

Welche Produkte gibt es von Cannabis?

Als Arzneimittel stehen die beiden Produkte Sativex und Nabilon zur Verfügung.[11] Sativex ist ein Spray zur Anwendung in der Mundhöhle mit den Wirkstoffen Cannabis sativa L. (THC-Chemotyp) und Cannabis sativa L. (CBD-Chemotyp)[12] Bei Nabilon handelt es sich um Kapseln mit einer vollsynthetische Variante des psychotropen Cannabis-Inhaltsstoffs Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC).[13] Darüber hinaus gibt es Dragees und Öle die ausschließlich CBD enthalten. Auch diese sollte man aber bei einem Händler seines Vertrauens und mit einer guten Reputation kaufen – die Mengen an CBD in den Produkten variieren stark.

Welche Produkte sind rezeptpflichtig und welche frei?

Produkte, die THC enthalten wie Sativex und Nabilon müssen vom Arzt verschrieben werden. Auch pure Cannabisblüten kann nur der Arzt verschreiben. Für eine Verschreibung sollte eine von vielen Indikationen vorliegen. Häufig, aber nicht nur, wird es bei chronischen Schmerzen, Multiple Sklerose, dem Tourette-Syndrom, depressive Störungen und ADHS verschrieben.[14] Produkte, die nur CBD enthalten müssen nicht verschrieben werden und können frei erworben werden und bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit, Schmerzen, Angst und weiteren Beschwerden eingesetzt werden.[15]

Wie verwendet man Cannabisöl?

Das Cannabis Öl nimmt man tropfenweise zu sich. Die Hersteller geben auf ihren Verpackungen meistens eine sehr geringe Menge an – auch um sich rechtlich abzusichern. Eine Überdosierung mit Cannabis Öl ist dennoch kaum möglich. Am besten probiert man die Dosierung Stück für Stück aus. Zum Entspannen reicht manchmal schon ein Tropfen, bei Schmerzen oder Migräne nehmen Patienten auch über einen längeren Zeitraum schon einmal mehrere Tropfen. Die häufigste Dosierung sind demnach 3x täglich etwa 1-5 Tropfen. Je nachdem, wie viel CBD Anteil im Produkt steckt, sind das 0,5 – 100mg CBD pro Tag. Auch deswegen sollte man beim Kauf gut darauf achten, wie potent das Mittel ist und ob es sich für den eigenen Bedarf gut eignet.[16]

Wie wirkt Cannabis Öl?

In hochwertigen Cannabis Ölen findet man meistens das nicht-psychoaktive Cannabidiol CBD. Solange die Konzentration von THC unter 0,2 % liegt, dürfen diese Mittel als Nahrungsergänzungsmittel frei verkauft werden. Obwohl CBD vielfältige Wirkungen zugeschrieben werden, dürfen Nahrungsergänzungsmittel keine Aussage zu der Wirkung treffen. Man sagt aber, dass CBD Muskelentspannend wirkt gut bei Zyklusstörungen ist und bei Angstzuständen und Allergien dem Patienten helfen kann.[17]

Gibt es Qualitätsunterschiede bei Cannabis?

Es gibt bei Cannabis nicht nur große Qualitätsunterschiede, sondern auch deutliche Unterschiede in Bezug auf den THC und CBD Gehalt der Sorte. In Deutschland wird für den medizinischen Gebrauch zurzeit noch kein Cannabis angebaut. Dieses wird bisher aus den Niederlanden und aus Kanada importiert. Die Sorten haben einen THC Gehalt von weniger als einem bis 22 Prozent (bezogen auf die getrocknete Droge). Den höchsten THC Gehalt haben die niederländische Sorte Bedrocan und die kanadische Sorte Pedanios 22/1 mit jeweils ca. 22 Prozent THC Anteil. Einen THC Gehalt von unter einem Prozent hat die niederländische Sorte Bedrolite, die dafür einen CBD Gehalt von fast 10% aufweist.[18]

Zu welchen Medikamenten ist Cannabis eine Alternative?

Ob und welche Medikamente durch Cannabis ersetzt oder ergänzt werden können, kann nur ein behandelnder Arzt nach der Untersuchung und dem Gespräch mit dem jeweiligen Patienten entscheiden. Es gibt aber immer wieder Berichte von Fällen in denen Patienten starke Medikamente zurückfahren oder sogar ganz absetzen konnten. Das können Psychopharmaka sein, Benzodiazepine oder Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diazepam (Valium). Wichtiger und entscheidend beim Arzt und bei der Krankenkasse sind ist aber die Diagnose. Allein die Diagnose rechtfertigt eine Verschreibung von Cannabis. Zurzeit kann Cannabis bei über 60 Diagnosen verschrieben werden. Diese reichen von Angststörung über Depressionen, Kopfschmerzen, Neurodermitis und Rheuma bis hin zu Trichotillomanie und Zwangsstörung.[19]

Wer bekommt Cannabis verschrieben?

Jeder, der unter bestimmten Diagnosen oder Krankheiten leidet kann Cannabis von einem Arzt verschrieben bekommen. Es bedarf seit 2017 keiner individuellen Ausnahmeregelung mehr, was in der Praxis vieles für Arzt und Patient erleichtert. Damit unterscheidet sich Cannabis nicht von herkömmlichen Arzneimitteln. Die häufigsten Diagnosen in Deutschland sind ADHS, chronische Schmerzen, Tourette-Syndrom, Multiple Sklerose und depressive Störungen.[20]

Wer darf Cannabis verordnen?

Die einfache Antwort lautet: Jeder Arzt, jede Ärztin darf, unabhängig von seiner oder ihrer Fachrichtung Cannabis als BtM-Rezept verordnen. Ausgenommen sind Zahnärzte und Tierärzte.[21]

Was muss ich beim Kauf von Cannabis beachten?

Ärzte können schwerkranken Patienten Cannabis verschreiben. Als schwer krank gelten Menschen, die beispielsweise unter Multiple Sklerose, AIDS, Krebs, Alzheimer, Rheuma, dem Tourette Syndrom oder den Nebenwirkungen einer Chemotherapie leiden. Diese Krankheiten sind aber im Gesetz nicht explizit genannt. Wenn die Krankenkasse die Kostenübernahme vorab bestätigt, werden die Kosten für den Patienten übernommen. Eine Sondergenehmigung braucht kein Patient mehr. Grundsätzlich kann jeder Arzt Cannabis verschreiben.[22] Bei der Bestellung von Cannabis sollte man darauf achten, dass man bei einem seriösen, deutschen Online-Shop bestellt. Das funktioniert oft einfacher als in der örtlichen Apotheke und ist zudem diskreter.

Diese Informationen sind ausschließlich aus repräsentativen wissenschaftlichen Quellen und dienen lediglich der Unterrichtung und stellen kein Heilversprechen und keine Therapieaufforderung dar.

Quellen

*McPartland, John. (2017). Cannabis sativa and Cannabis indica versus “Sativa” and “Indica”. DOI: 10.1007/978-3-319-54564-6_4

Cannabis: Arbeitshilfe für die Apotheke, Häußermann/ Grotenhermen/ Milz – ISBN 978-3-7692-6984-0

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