Cannabis Medikamente richtig anwenden: Die besten Einnahmeformen für die Behandlung mit medizinischem Cannabis

Cannabiskapseln, -extrakt und -blüten nebeneinander auf weißem Untergrund

Aktualisiert am: 19.02.2026

Die Einnahme von medizinischem Cannabis ist eine entscheidende Komponente für den Erfolg der Cannabis-Therapie. Doch wie genau wird Cannabis in der Medizin verwendet? Die Cannabispflanze bildet die Grundlage aller Cannabisprodukte – ihre Blätter und Blüten werden getrocknet und als Marihuana konsumiert, während Haschisch durch die Extraktion des Harzes aus den Blütenständen gewonnen wird. Diese verschiedenen Teile und Formen der Pflanze spielen eine zentrale Rolle bei der Auswahl und Anwendung der jeweiligen Einnahmemethode.

In diesem Beitrag klären wir über die unterschiedlichen Optionen der Cannabis-Einnahme, ihre Anwendung und die damit verbundenen Dosierungsaspekte auf.

Key facts

  • Medizinisches Cannabis kann inhaliert, oral (Öl, Extrakt, Kapseln), sublingual, als Tee oder topisch angewendet werden – je nach Indikation und Therapieziel.
  • Die Wirkungseintrittszeit variiert: Inhalation wirkt innerhalb weniger Minuten, orale Einnahme nach 30–90 Minuten mit längerer Wirkungsdauer.
  • Eine individuelle Dosierung ("Start low, go slow") ist entscheidend für Wirksamkeit und Verträglichkeit der Cannabis-Therapie.
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie Risiken wie Abhängigkeit oder psychische Nebenwirkungen müssen ärztlich berücksichtigt werden.
  • Die Wahl der richtigen Darreichungsform beeinflusst maßgeblich den Therapieerfolg bei SchmerzenSpastikÜbelkeit oder chronischen Erkrankungen.

Einführung in die Cannabis-Therapie

Cannabis-Therapie ist in den letzten Jahren richtig spannend geworden – und das nicht ohne Grund! Immer mehr Menschen entdecken Cannabisprodukte als echte Alternative bei verschiedenen Beschwerden. Dabei stehen vor allem die wertvollen Cannabinoide wie THC und CBD im Mittelpunkt. Diese Wirkstoffe "sprechen" praktisch direkt mit deinem körpereigenen Endocannabinoid-System und können so gezielt Probleme wie Schmerzen, Übelkeit oder fehlenden Appetit angehen.

Die große Frage ist: Welche Einnahmeform passt zu dir und wie viel brauchst du eigentlich? Das ist wirklich entscheidend für den Erfolg der Cannabis-Therapie! Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – welche Beschwerden du hast, was du dir von der Behandlung erhoffst und wie gut du Cannabis verträgst. Am besten besprichst du das alles mit erfahrenen Ärzt:innen, die sich damit auskennen.


Cannabis Einnahme: Risiken und Vorsichtsmaßnahmen

Auch wenn die medizinische Anwendung von Cannabis viele Vorteile bieten kann, ist ein verantwortungsvoller Umgang unerlässlich. Cannabis birgt – wie jedes Medikament – bestimmte Risiken. Dazu zählen unter anderem die Möglichkeit einer Abhängigkeit, die Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, insbesondere bei einer entsprechenden Veranlagung oder familiären Vorbelastung.

Ein weiteres Risiko besteht in der Wechselwirkung von Cannabis mit anderen Medikamenten. Deshalb ist es wichtig, die Anwendung immer mit der Ärztin oder dem Arzt abzustimmen und die Dosierung individuell anpassen zu lassen. Der sogenannte Mischkonsum mit Tabak oder Alkohol sollte unbedingt vermeiden werden, da dies die gesundheitlichen Risiken zusätzlich erhöhen kann.

Um die Vorteile der Cannabis-Therapie sicher zu nutzen, empfiehlt es sich, auf eine sachgemäße Anwendung und die Einhaltung der ärztlich verordneten Dosierung zu achten. Bei Fragen zur richtigen Anwendungsform oder zu möglichen Nebenwirkungen steht unser pharmazeutisches Team mit Rat und Tat zur Seite. So kann die Cannabis-Therapie optimal auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt und mögliche Risiken minimiert werden.


Darreichungsformen von medizinischem Cannabis

Inhalation: Verdampfen von Cannabisblüten

Die häufigste und schnellste Methode der Einnahme ist die Verdampfung von medizinischen Cannabisblüten mit einem Vaporisator. Hierbei werden unzerkleinerte Cannabisblüten verwendet, die spezifisch auf das Krankheitsbild abgestimmt sind. Die Auswahl erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Cannabis-Expert:innen, die auf die Genetik (Indica, Sativa, Hybrid) sowie den THC- und CBD-Gehalt und das spezifische Terpenprofil achten. Die Inhalation ermöglicht eine rasche Wirkung, die besonders bei akuten Symptomen, wie Schmerzspitzen, hilfreich ist.

Beim Inhalieren von Cannabis gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen dem klassischen Rauchen und dem Verdampfen. Beim Rauchen werden Cannabisblüten meist mit Tabak gemischt und verbrannt, wodurch schädliche Verbrennungsprodukte wie Teer und andere Schadstoffe entstehen, die die Lunge belasten und zu Atemschädigungen führen können. Zudem fördert das Rauchen mit Tabak die Nikotinabhängigkeit. Beim Verdampfen hingegen werden nur bestimmte Teile der Cannabispflanze, wie die Blüten, auf eine Temperatur von 160-220°C erhitzt. Dabei entsteht Dampf statt Rauch, was die Aufnahme von Schadstoffen in die Lunge deutlich reduziert und als risikoärmere Methode gilt.


Orale Anwendung: Extrakte und Kapseln

Medizinisches Cannabis kann auch in Form von (Vollspektrum-)Extrakten, Ölen oder Vollspektrum-Kapseln oral eingenommen werden. Während der Extraktion werden möglichst viele Bestandteile der Cannabispflanze extrahiert und in einem Trägeröl gebunden. Diese Darreichungsformen haben den Vorteil einer präzisen Dosierung, da Extrakte und Kapseln mit einem festgelegten Gehalt an Cannabinoiden hergestellt werden. Diese Form eignet sich besonders für die Behandlung chronischer Symptome und liefert eine langanhaltende Wirkung. Dabei kann auch die gleichzeitige Einnahme von fettreichen Nahrungsmitteln die Wirksamkeit steigern, da Cannabinoide fettlöslich sind.

Eine weitere Methode der oralen Einnahme ist das Essen von sogenannten Edibles, wie beispielsweise Cannabis-Keksen oder Brownies. Hierbei wird das Cannabis über den Verdauungstrakt aufgenommen und im Körper verstoffwechselt. Diese Methode belastet die Lunge nicht und ermöglicht eine diskrete Anwendung. Edibles wie Kekse oder andere essbare Produkte sind besonders beliebt, da sie einfach zu konsumieren sind und keinen Rauch oder Dampf erzeugen.

Die Wirkung von Edibles (z. B. Kekse, Brownies) tritt verzögert ein – meist nach 30 Minuten bis 2 Stunden – und der Wirkhöhepunkt kann bis zu zwölf Stunden andauern. Aufgrund dieser verzögerten Effekte besteht ein erhöhtes Risiko der Überdosierung, da Nutzer häufig zu früh nachlegen.


 
 

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Teeaufguss

Eine weniger verbreitete, aber dennoch interessante Möglichkeit ist die Zubereitung von Cannabis Tee. Hierfür werden in der Regel die Blüten der Cannabispflanze verwendet, da sie den höchsten Anteil an Wirkstoffen enthalten. Die zerkleinerten Cannabisblüten werden mit kochendem Wasser überbrüht. Für eine optimale Wirkung ist es notwendig, die Cannabinoide durch Decarboxylierung zu aktivieren, was durch Erhitzen im Backofen oder im Wasserbad erfolgt. Dies ist eine diskrete Methode, die insbesondere bei langfristiger Anwendung in Betracht gezogen werden kann.

Die Einnahme von THC-haltigem Tee ist jedoch umstritten, da die Zubereitung aufwendig und fehleranfällig sein kann.


Sublinguales Spray

Ein weiteres Mittel zur Anwendung ist das sublinguale Spray, wie etwa Sativex®. Dieses Arzneimittel ist ein Extrakt, der in eingestellter Konzentration vorliegt. Die Einnahme erfolgt über die Mundschleimhaut, wodurch die Wirkung relativ schnell eintritt. Diese Methode ist besonders bei spezifischen Indikationen wie Spastik bei Multipler Sklerose bekannt, aber auch Off-Label wird es in der Cannabis-Therapie verwendet.


Topische Anwendung: THC-haltige Creme

THC-haltige Cremes wirken über das Endocannabinoid-System der Haut, das unter anderem CB1- und CB2-Rezeptoren umfasst. Dieses System ist an wichtigen Prozessen wie Zellteilung, Talgproduktion und Immunregulation beteiligt. Durch die Bindung von THC an diese Rezeptoren können entzündliche Reaktionen und Juckreiz gezielt beeinflusst werden.

Die Anwendung erfolgt lokal, wodurch der Wirkstoff vorwiegend in den oberen Hautschichten wirkt. Eine Aufnahme in den Blutkreislauf ist nur in sehr geringem Maß zu erwarten, weshalb keine relevanten psychoaktiven Effekte auftreten. THC-haltige Cremes werden unter anderem bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis oder Akne eingesetzt. Im Vergleich zu cortisonhaltigen Präparaten gelten sie dabei als potenziell hautschonendere Alternative für eine längerfristige Anwendung.


Dosierung und Häufigkeit der Anwendung

Die Dosierung von medizinischem Cannabis ist individuell und sollte immer in enger Absprache mit den behandelnden Ärzt:innen erfolgen. Die Dosierung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Krankheitsbild, der Darreichungsform und der individuellen Reaktion der Patient:innen auf das Medikament.

„Medizinisches Cannabis ist keine Einheitslösung –
aber wer gemeinsam mit erfahrenen Ärzt:innen dosiert, beobachtet und anpasst,
 hat gute Chancen auf eine maßgeschneiderte Therapie.“
-
Dr. Nadine Herwig, Leiterin der Grünhorn Academy

Im Bereich der medizinischen Cannabistherapie ist es ein zentrales Ziel, die optimale Wirkung bei möglichst geringer Nebenwirkungsrate zu erreichen. Die Ziele der Dosierung und Anwendung bestehen darin, die therapeutischen Effekte zu maximieren, während gleichzeitig der Cannabiskonsum kontrolliert und Missbrauch sowie Abhängigkeit vermieden werden. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf den Schutz der öffentlichen Gesundheit und die Prävention von Suchtverhalten.


Wie schnell wirkt Cannabis?

Die Wirkung von Cannabis variiert je nach Art der Einnahme. Die Inhalation von Cannabisblüten bietet eine sofortige Wirkung, die innerhalb von Minuten einsetzt und etwa 2 bis 3 Stunden anhält. Diese Methode eignet sich besonders für akute Beschwerden, wie schmerzhafte Symptome.

Bei der Einnahme von Extrakten oder Kapseln dauert es in der Regel 30 bis 90 Minuten, bis die Wirkung eintritt, dafür bleibt die Wirkung jedoch über einen längeren Zeitraum von etwa 4 bis 8 Stunden bestehen. Diese Form eignet sich besonders für die Dauermedikation und die Behandlung chronischer Symptome.


Optimale Einnahmezeiten

Die richtige Zeit für die Einnahme von Cannabisprodukten hängt von der individuellen Therapie ab. Die genaue Dosierung, Häufigkeit und der Zeitpunkt der Einnahme sollten mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden. Besonders bei THC-haltigen Medikamenten ist es wichtig, die Einnahme an den persönlichen Bedarf und das jeweilige Symptom anzupassen.


Wann sollten keine Cannabisprodukte eingenommen werden?

Es gibt einige Kontraindikationen, bei denen Cannabis nicht angewendet werden sollte. Insbesondere bei schweren psychischen Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen oder dem Risiko einer Psychose sollte auf Cannabis verzichtet werden. Ansonsten gilt laut der WHO (Weltgesundheitsorganisation), dass Cannabis ein relativ sicheres Medikament ist, wenn es gemäß ärztlicher Verordnung angewendet wird.


Fazit: Die Wahl der richtigen Einnahmeform und Dosierung

Die Wahl der richtigen Darreichungsform von medizinischem Cannabis spielt eine zentrale Rolle für den Therapieerfolg. Ob durch Inhalation, orale Einnahme oder als Tee – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, von denen jede ihre eigenen Vorteile bietet. Die individuell abgestimmte Behandlung durch Cannabis-Expert:innen stellt sicher, dass Patient:innen die für sie passende Form und Dosierung finden, um ihre Symptome effektiv zu lindern.

Disclaimer: Dieser Blogbeitrag dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Die hier bereitgestellten Inhalte sind nicht dazu gedacht, den Konsum von Cannabis zu fördern oder zu bewerben. Medizinisches Cannabis sollte nur nach ärztlicher Verordnung und unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen verwendet werden. Bei Fragen oder gesundheitlichen Beschwerden bitte eine medizinische Fachkraft zu Rate ziehen.

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