CBD gegen Stress: Wie Cannabis Stress lindern kann - Nutzen, Risiken und wissenschaftliche Erkenntnisse
Veröffentlicht am: 05.02.2026
CBD ist ein natürlicher Wirkstoff, der aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Viele Menschen setzen CBD gegen Stress ein, da es für seine ausgleichende Wirkung auf Körper und Geist bekannt ist. CBD wirkt unter anderem durch die Beeinflussung von Botenstoffen und das Endocannabinoid-System, was zur Stressreduktion beitragen kann.
Key Facts
- Im Vergleich zu klassischen Arzneimitteln wird CBD häufig als sanfte Alternative betrachtet.
- CBD-Produkte sind in verschiedenen Varianten wie Öl, Kapseln und Edibles erhältlich. Hochwertige Produkte aus vertrauenswürdigen Quellen sind notwendig, um Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten.
- CBD kann dabei helfen, Stress, Schmerzen oder Schlafprobleme zu lindern – die richtige Dosierung und ärztliche Beratung sind dabei entscheidend.
Dieser Beitrag liefert mehr Informationen zu den unterschiedlichen CBD-Produkten, deren Varianten und Anwendungsmöglichkeiten sowie weiterführende wissenschaftliche Hintergründe zum Einsatz von CBD bei Stress.
Einführung in die Wirkung von Cannabis bei Stress
Cannabis, und hier insbesondere der Wirkstoff Cannabidiol (CBD), rückt immer stärker in den Fokus, wenn es um innovative Therapieoptionen zur Stressbewältigung geht. Das Endocannabinoid-System (ECS) spielt dabei eine entscheidende Rolle: Es reguliert zahlreiche Prozesse im Körper, darunter die Reaktion auf Stress, die Stimmungslage und das emotionale Gleichgewicht. Durch die gezielte Interaktion von Cannabis und CBD mit dem ECS kann eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem erzielt werden, was sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden und die Stressresistenz auswirkt.
dabei, in stressigen Momenten ruhiger zu bleiben und besser mit Belastungen umzugehen.“
- Dr. Nadine Herwig, Leiterin der Grünhorn Academy
Studien belegen, dass CBD das Potenzial hat, Symptome von Stress und Erschöpfung zu lindern und emotionale Balance wiederherzustellen. Die Wirkung von CBD beruht darauf, dass es die Aktivität bestimmter Rezeptoren im Gehirn beeinflusst, die für die Regulierung von Anspannung und Entspannung zuständig sind. Dadurch kann CBD nicht nur akute Stresssymptome abmildern, sondern auch langfristig zur Vorbeugung von Burnout beitragen. Als natürlicher Wirkstoff aus der Hanfpflanze bietet CBD eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Arzneimitteln und kann als ergänzende Maßnahme im Alltag eingesetzt werden, um innere Balance zu stärken.
Burn out und emotionale Erschöpfung
Burnout und emotionale Erschöpfung sind in unserer schnelllebigen Gesellschaft zu echten Herausforderungen geworden, die viele von uns täglich beschäftigen. Sie resultieren oft aus anhaltendem Stress und Überforderung. Besonders während der COVID-19-Pandemie hat sich gezeigt, wie stark Menschen leiden – vor allem im Gesundheitswesen an der Front Line – unter den Folgen von Dauerbelastung, Angst und Schlafstörungen. Die Symptome? Sie reichen von innerer Unruhe und Anspannung bis hin zu depressiven Verstimmungen und körperlicher Erschöpfung.
Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass CBD als Bestandteil von Cannabis eine wirksame Therapieoption bei Burnout und emotionaler Erschöpfung sein könnte. Die Einnahme von CBD kann über längere Zeiträume erfolgen und ist besonders bei chronischem Stress hilfreich. Die angstlösenden und stimmungsaufhellenden Eigenschaften von CBD helfen dabei, psychische Belastung zu reduzieren und Schlafqualität zu verbessern – zwei zentrale Faktoren für die Regeneration und das Wohlbefinden. Darüber hinaus wirkt CBD entzündungshemmend und kann so die negativen körperlichen Folgen von chronischem Stress abmildern.
Gerade in Zeiten erhöhter Belastung kann die gezielte Anwendung von CBD-Produkten dazu beitragen, Symptome wie Angst, Unruhe und Schlafstörungen zu lindern. Dennoch ist es wichtig, dass die Einnahme von CBD immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin gestaltest, um die optimale Wirkung zu erzielen und mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden. So kann CBD als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes zur Stressreduktion und Burnout-Prävention einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit leisten.
Im Vergleich zu klassischen Antidepressiva zeigen Studien, dass CBD potenziell eine rasch wirksame und nebenwirkungsärmere Alternative sein kann, insbesondere bei emotionaler Erschöpfung, Burnout und depressiven Verstimmungen.
Endocannabinoid-System (ECS)
Das Endocannabinoid-System (ECS) spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Stress und mehr. Es ist unter anderem an der Steuerung von Schlaf, Konzentration und dem allgemeinen Wohlbefinden beteiligt. Cannabis interagiert mit dem ECS über Cannabinoidrezeptoren (hauptsächlich CB1 und CB2):
- CB1-Rezeptoren: Diese befinden sich vor allem im zentralen Nervensystem, einschließlich des Gehirns. Sie sind an der Regulierung von Stimmung, Angst und Stress beteiligt. THC (Tetrahydrocannabinol) bindet an CB1-Rezeptoren und kann kurzfristig eine entspannende und stimmungsaufhellende Wirkung haben.
- CB2-Rezeptoren: Diese befinden sich vor allem im Immunsystem und peripheren Geweben. Sie spielen eine Rolle bei der Regulierung von Entzündungsprozessen, die auch mit Stress und Angst verbunden sein können.
Grünhorn Academy Podcast
#3 Terpene im Cannabis: Entspannende Eigenschaften der Terpene
Cannabidiol (CBD)
CBD hat eine Reihe von Wirkungen, die Stress lindern können:
- CBD hat stimmungsaufhellende und angstlösende Eigenschaften, indem es den Serotoninspiegel im Gehirn beeinflusst. Es interagiert mit dem Serotoninrezeptor, der an der Regulation von Angst und Stimmung beteiligt ist.
- CBD hemmt den Abbau des körpereigenen Endocannabinoids Anandamid, das ebenfalls stimmungsaufhellende und angstlösende Eigenschaften hat.
- CBD kann Entzündungen im Gehirn reduzieren, die mit Stress und Angstzuständen in Verbindung gebracht werden.
Es gibt verschiedene CBD-Produkte, die in mehreren Varianten wie Öl, Kapseln und Edibles erhältlich sind. Diese Mittel unterscheiden sich in ihrer Konzentration und Anwendung – so kann beispielsweise ein CBD-Öl mit niedriger oder höherer Konzentration gewählt werden, je nach gewünschter Wirkung und individuellem Bedarf. Es empfiehlt sich, mit einer niedrigen Konzentration zu beginnen und die Dosierung schrittweise zu erhöhen, um mehr Wohlbefinden, bessere Konzentration oder eine Verbesserung der Schlafqualität zu erzielen. Hochwertige Produkte und die richtige Auswahl der Variante sind entscheidend für die Wirksamkeit und Sicherheit.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass CBD das Stresshormon Cortisol senken und die Ausschüttung von Adrenalin regulieren kann, was bei akutem und länger andauerndem Stress hilfreich ist.
CBD zeigte in Studien antidepressive und anxiolytische Effekte, insbesondere bei emotionaler Erschöpfung und Angst. Im Vergleich zu klassischen Antidepressiva kann CBD eine raschere Wirkung entfalten und wird mit weniger Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Dennoch ist die Studienlage zu chronischem Stress noch begrenzt, und CBD sollte nicht als Ersatz für ärztliche Behandlungen oder Antidepressiva betrachtet werden.
Tetrahydrocannabinol (THC)
THC hat ebenfalls angstlösende und entspannende Wirkungen, die bei Stress hilfreich sein können, allerdings variiert die Wirkung stark je nach Dosis und individueller Reaktion:
- Geringe bis mittlere Dosen können entspannend und stimmungsaufhellend wirken, was hilft, Stress abzubauen.
- Hohe Dosen können bei einigen Personen Angst und Paranoia verstärken, weshalb eine vorsichtige Dosierung wichtig ist.
Terpene
Terpene sind aromatische Verbindungen in Cannabis, von denen man lange Zeit davon ausgehen, dass sie vor allem Geruch und Geschmack bestimmen. Inzwischen weiß man, dass sie auch eigene therapeutische Effekte vermitteln und so ebenfalls zur Stressreduktion beitragen können:
- Limonen: Hat stimmungsaufhellende und angstlösende Eigenschaften.
- Linalool: Ist bekannt für seine beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften.
- Myrcen: Kann entspannend und schlaffördernd wirken, was bei stressbedingter Schlaflosigkeit hilfreich sein kann.
- Beta-Caryophyllen: Wirkt entzündungshemmend und kann auch stresslindernd wirken, indem es den CB2-Rezeptor aktiviert.
Verbesserung des Schlafs
Stress führt oft zu Schlafstörungen, und Cannabis kann helfen, den Schlaf zu verbessern. Viele Nutzende berichten, dass sie durch die Anwendung von CBD mehr Ruhe finden und ihre Schlafqualität verbessern konnten.
- CBD fördert die Entspannung und kann die Schlafqualität verbessern, indem es Angst reduziert und zu innerer Ruhe beiträgt.
- THC kann den Schlaf fördern, indem es die Einschlafzeit verkürzt und die Gesamtschlafdauer erhöht, obwohl es die Tiefschlafphase beeinflussen kann.
Studienlage
Eine Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte die Auswirkungen von THC und CBD auf wahrgenommene Veränderungen der Symptome von Depression, Angst und Stress in Abhängigkeit von der Dosis1. Medizinische Cannabisanwender:innen nahmen eine 50-prozentige Verringerung von Depressionen und eine 58-prozentige Verringerung von Ängsten und Stress wahr. Cannabis mit hohem CBD-Gehalt (> 9,5 %)/niedrigem THC-Gehalt (< 5,5 %) wurde mit den größten Veränderungen bei der Bewertung von Depressionen in Verbindung gebracht, während Cannabis mit hohem CBD-Gehalt (> 11 %)/hohem THC-Gehalt (> 26,5 %) die größten Veränderungen bei der Wahrnehmung von Stress hervorrief. Die Forschenden schlussfolgerten, das Cannabis kurzfristig stressbedingte Symptome verringern kann.
In einer brasilianischen Studie wurde das antidepressive und anxiolytische Potenzial von CBD bei emotionaler Erschöpfung und Burnout untersucht4. Die Patient:innen waren vor allem medizinisches Personal wie Ärzt:innen und Pflegekräfte, die während der COVID-19-Pandemie unter hoher psychischer Belastung und Belastungsstörungen litten. Die emotionale Erschöpfung wurde mithilfe des Maslach Burnout Inventory gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass CBD die Werte für emotionale Erschöpfung und depressive Symptome signifikant senken konnte. Die CBD-Gruppe zeigte im Vergleich zur Kontrollgruppe eine deutlich stärkere Verbesserung der emotionalen Erschöpfung. Die Studien betonten die Bedeutung von Betreuung, regelmäßigen Terminen und therapeutischen Gesprächen für die mentale Gesundheit der Patient:innen.
In Tierexperimenten wurde gezeigt, dass Cannabinoide die Auswirkungen von akutem Stress auf Lernen und Gedächtnis verhindern können2. Weiterführende Untersuchungen zeigten außerdem, dass Tiere, die auch über einen längeren Zeitraum mit Cannabinoiden behandelt wurden, weniger Gedächtnisprobleme und eine bessere Stressbewältigung zeigten im Vergleich zu unbehandelten gestressten Tieren3. Das Fazit der Forschenden lautet, dass die Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren eine neue Methode zur Behandlung von kognitiven Problemen sein könnte, die mit stressbedingten psychischen Erkrankungen einhergehen.
Bezüglich der Nebenwirkungen ist zu beachten, dass die langfristigen Effekte von CBD, insbesondere auf Leber, Magen-Darm-Trakt und das Nervensystem, noch nicht ausreichend erforscht sind. Schwere Nebenwirkungen wie Hautreaktionen und erhöhte Leberwerte wurden in Studien beobachtet, weshalb die Einnahme von CBD immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen sollte. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat zudem Bedenken hinsichtlich der langfristigen Sicherheit von CBD geäußert, da weiterhin Datenlücken und Unsicherheiten bestehen.
CBD ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, die sich in Anwendung, Wirkungseintritt und Alltagstauglichkeit unterscheiden. Welche Form geeignet ist, hängt unter anderem von den individuellen Bedürfnissen, der gewünschten Wirkung und der persönlichen Lebenssituation ab.
Welche CBD-Produkte gibt es?
CBD-Öle und -Extrakte
CBD-Öle gehören zu den am häufigsten verwendeten Produkten. Sie werden geschluckt und das CBD so über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Viele Anwender:innen schätzen die vergleichsweise schnelle Wirkung und die gute Dosierbarkeit.
Vollspektrumextrakte enthalten neben CBD weitere Cannabinoide und Spuren von THC. CBD-Isolate bestehen ausschließlich aus reinem CBD. Welche Variante geeignet ist, ist individuell verschieden.
CBD-Kapseln
Kapseln enthalten eine fest definierte CBD-Menge und werden geschluckt. Die Wirkung setzt etwas verzögert ein, hält dafür oft länger an. Sie eignen sich gut für Menschen, die eine unkomplizierte, geschmacksneutrale Einnahme bevorzugen oder CBD regelmäßig in den Alltag integrieren möchten.
CBD-Edibles
Essbare CBD-Produkte wie Gummibärchen sind vor allem wegen ihrer einfachen Anwendung beliebt. Auch hier tritt die Wirkung später ein, da das CBD über den Verdauungstrakt aufgenommen wird. Für akute Stresssituationen sind sie weniger geeignet, können aber bei leichter, anhaltender Belastung eine Option sein.
CBD-Blüten (Inhalation)
Neben den bekannten THC-dominanten Blüten gibt es auch ausgeglichene bzw. CBD-dominante Sorte. Beim Verdampfen wird CBD besonders schnell aufgenommen. Diese Form kann bei plötzlich auftretendem Stress als wirksam empfunden werden.
CBD-Cremes und -Balsame
Topische Produkte werden auf die Haut aufgetragen und wirken lokal. Sie spielen bei Stress eher eine indirekte Rolle, können aber bei stressbedingten Muskelverspannungen oder körperlicher Anspannung unterstützend eingesetzt werden.
Individuelle Unterschiede
Es gibt verschiedene CBD-Produkte und Varianten, die sich in ihrer Konzentration unterscheiden. Diese Mittel können individuell auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen abgestimmt werden, wobei empfohlen wird, mit einer niedrigen Konzentration zu beginnen und die Dosierung langsam zu steigern.
Bei allen vielversprechenden Hinweisen auf positive Effekte ausgehend von Cannabis, ist zu beachten, dass die Wirkung von Cannabis auf Stress stark von der individuellen Biochemie, der Dosis und der Art des verwendeten Cannabisprodukts abhängt. Es ist wichtig, die richtige Balance und das richtige Produkt zu finden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Fazit
Cannabis kann durch seine vielfältigen Wirkungen auf das Endocannabinoid-System, die Neurotransmitter und die Entzündungsprozesse im Körper bei der Stressbewältigung helfen. Die richtige Kombination aus Cannabinoiden und Terpenen sowie die passende Dosierung sind entscheidend, um die gewünschten stresslindernden Effekte zu erzielen. Es gibt verschiedene CBD-Produkte und Mittel in unterschiedlichen Varianten, die je nach Konzentration und Anwendungszweck mehr Wohlbefinden, Konzentration oder Schlafqualität fördern können. Für mehr Wirksamkeit und Sicherheit ist es wichtig, hochwertige Produkte aus vertrauenswürdigen Quellen zu wählen und die individuell passende Variante und Dosierung mit einem erfahrenen Arzt oder Therapeuten abzustimmen, um eine optimal angepasste Therapie zu entwickeln.
Quellen
[1] Cuttler C, Spradlin A, McLaughlin RJ. A naturalistic examination of the perceived effects
of cannabis on negative affect. J Affect Disord. 2018 Aug 1;235:198-205.
[2] Abush H, Akirav I. Short- and long-term cognitive effects of chronic cannabinoids
administration in late-adolescence rats. PLoS One. 2012;7(2):e31731.
[3] Abush H, Akirav I. Cannabinoids ameliorate impairments induced by chronic stress to
synaptic plasticity and short-term memory. Neuropsychopharmacology. 2013
Jul;38(8):1521-34.
[4] Crippa JAS, Zuardi AW, Guimarães FS, Campos AC, de Lima Osório F, Loureiro SR, Dos
Santos RG, Souza JDS, Ushirohira JM, Pacheco JC, Ferreira RR, Mancini Costa KC,
Scomparin DS, Scarante FF, Pires-Dos-Santos I, Mechoulam R, Kapczinski F, Fonseca
BAL, Esposito DLA, Pereira-Lima K, Sen S, Andraus MH, Hallak JEC; Burnout and Distress
Prevention With Cannabidiol in Front-line Health Care Workers Dealing With COVID-19
(BONSAI) Trial Investigators. Efficacy and Safety of Cannabidiol Plus Standard Care vs
Standard Care Alone for the Treatment of Emotional Exhaustion and Burnout Among
Frontline Health Care Workers During the COVID-19 Pandemic: A Randomized Clinical
Trial. JAMA Netw Open. 2021 Aug 2;4(8):e2120603.