Terpene Myrcen Humulen Guaiol Sedierend Wirkung

Sedierend wirkende Terpene - Myrcen α-Humulen Guaiol | GH Academy

Sedierend wirkende Terpene Key Facts

  • Sedierende Wirkung einer Substanz bedeutet, dass diese vorwiegend beruhigende und entspannende Effekte vermittelt und einen positiven Einfluss auf das zentrale Nervensystem und den Schlaf ausübt.
  • Myrcen wirkt sedierend, beruhigend und schmerzlindernd.
  • α-Humulen kann entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte vermitteln.
  • Guaiol wirkt nachweislich anti-bakteriell.

Terpene können unterschiedliche pharmakologische Wirkung haben. Im folgenden Beitrag soll es um sedierend wirkende Terpene gehen. Dies bezieht sich auf die Fähigkeit einer Substanz, eine beruhigende und entspannende Wirkung auf den Körper auszuüben. Sedierende Substanzen können dazu führen, dass eine Person sich schläfrig oder ermüdet fühlt, die Muskelspannung reduziert wird und die mentale Aktivität gedämpft wird. Sedierende Wirkungen werden oft bei bestimmten Medikamenten beobachtet, die dazu neigen, das zentrale Nervensystem zu beeinflussen und eine beruhigende Reaktion im Körper hervorzurufen oder den Schlaf zu fördern.

Terpen Beta-Myrcen: Der Entspannungsinduktor

Myrcen, auch beta-Myrcen genannt, ist ein Terpen, das in vielen Pflanzen vorkommt, darunter Cannabis, Mango, Hopfen und verschiedene Kräuter. Es verleiht diesen Pflanzen oft einen charakteristischen Geruch, der als würzig, erdig oder moschusartig beschrieben werden kann und der stark an Gewürznelken erinnert. Zusätzlich beinhaltet Myrcen Fruchtaromen, die an rote Trauben und Balsamico erinnern, mit einem gewissen Hauch von Schärfe.

Myrcen ist bekannt für seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile und wird oft mit beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. In der Cannabiswelt wird Myrcen oft als eines der dominierenden Terpene in Sorten mit sedierenden und beruhigenden Effekten angesehen.

In der Aromatherapie und in der Naturheilkunde wird Myrcen oft zur Linderung von Schmerzen, zur Förderung der Entspannung und zur Unterstützung des Schlafs verwendet. Es gibt auch Forschung, die darauf hindeutet, dass Myrcen entzündungshemmende und möglicherweise auch antimikrobielle Eigenschaften haben könnte.

Bereits in den 1990er Jahren wurden erste Versuche zur Wirkung von Myrcen an Mäusen durchgeführt1. Hier konnte insbesondere die schmerzlindernde Wirkung nachgewiesen werden. Nach der Gabe von Myrcen zeigten die Tiere eine deutlich verringerte Schmerzempfindlichkeit im hot plate test. Die Maus wird dabei auf eine 50°C warme Platte gesetzt und die Zeit bis zum Auftreten der Fluchtreaktion gemessen. Das Ergebnis gilt als Maß für die Schmerzsensibilität.

Terpen Humulen: Der Entzündungshemmer

Humulen, auch als α-Humulen bekannt, ist ein weiteres Terpen, das in verschiedenen Pflanzen vorkommt, darunter Cannabis, Koriander, Basilikum, und Salbei. Es verleiht diesen Pflanzen oft einen würzigen, erdigen oder holzigen Duft und Geschmack.

Humulen ist auch ein Bestandteil von ätherischen Ölen und wird in der Aromatherapie zur Linderung von Entzündungen, zur Förderung der Entspannung und zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens verwendet. In einigen Studien wurde auch seine mögliche Rolle bei der Unterstützung des Immunsystems und der Hemmung von Entzündungen untersucht.

In der Cannabiswelt wird Humulen häufig in Sorten mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften gefunden.

In einem Tierexperiment aus dem Jahr 2007 verringerte die Gabe von Humulen die Menge an entzündungsfördernden Substanzen im Blut von Mäusen, wodurch das Ausmaß der künstlich hervorgerufenen Entzündung im Körper der Mäuse deutlich geringer ausfiel2.

Terpen Guaiol: Der Bakterienbekämpfer

Guaiol ist ein Terpen, das unter anderem in Zypressen und dem Guajakbaum, von dem es seinen Namen ableitet, vorkommt. Es verleiht diesen Pflanzen oft einen charakteristischen holzigen Duft.

Guaiol hat eine lange Geschichte als natürliche Medizin und wird dort aufgrund seiner potenziellen medizinischen Eigenschaften geschätzt. Es wird angenommen, dass es entzündungshemmende, schmerzlindernde und antimikrobielle Wirkungen hat.

Im 18. Jahrhundert wurde geglaubt, dass Guajak die Menstruation anregt und sogar als Abtreibungsmittel verwendet wurde. Darüber hinaus wurde der Pflanze eine Wirkung als lokales Stimulans zugeschrieben, das bei der Linderung von Halsschmerzen, Gicht, Rheumatismus und anderen Beschwerden helfen könnte.

In einem Experiment aus dem Jahr 2007 wurde nachgewiesen, dass Guaiol antibakteriell gegen E.coli sowie ausgewählte Stämme von Staphylokokken wirkt3. Staphylokokken können beispielsweise Lungenentzündungen auslösen, während E.coli Bakterien häufig mit Harnwegsinfektionen in Bezug gebracht werden.

Quellen:

1 Rao, V. S., Menezes, A. M., & Viana, G. S. (1990). Effect of myrcene on nociception in mice. The Journal of pharmacy and pharmacology, 42(12), 877–878.
2 Fernandes, E. S., Passos, G. F., Medeiros, R., da Cunha, F. M., Ferreira, J., Campos, M. M., Pianowski, L. F., & Calixto, J. B. (2007). Anti-inflammatory effects of compounds alpha-humulene and (-)-trans-caryophyllene isolated from the essential oil of Cordia verbenacea. European journal of pharmacology, 569(3), 228–236.
3 Choudhary, M. I., Batool, I., Atif, M., Hussain, S., & Atta-Ur-Rahman (2007). Microbial transformation of (-)-guaiol and antibacterial activity of its transformed products. Journal of natural products, 70(5), 849–852.
Autor: Dr. Nadine Herwig
Dr. Nadine Herwig - Leiterin Grünhorn Academy
Dr. Nadine Herwig studierte von 2006 bis 2010 Angewandte Naturwissenschaften an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Ihre Promotion führte sie am Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf am Institut für Radiopharmazie durch. Zu ihren bislang publizierten wissenschaftlichen Arbeiten gehören u. a. Originalartikel auf dem Gebiet der Hautkrebsforschung und der Biomarker.