Cannabis Honig – Wirkung, Herstellung und Anwendung verständlich erklärt

Cannabis-Honig - Wirkung, Herstellung und Anwendung verständlich erklärt

veröffentlicht am 06.01.2026

Mit der wachsenden Akzeptanz und Legalisierung von Cannabis rücken innovative Produkte wie Cannabistee, Hanfhonig, Cannabutter und andere Edibles immer mehr in den Fokus. Die Herstellung solcher Lebensmittel eröffnet neue Möglichkeiten, die positiven Eigenschaften von Cannabis alltagstauglich zu nutzen. Hanfhonig vereint beispielsweise die natürlichen Vorteile von Honig mit den wertvollen Cannabinoiden der Hanfpflanze – eine Kombination, die sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich überzeugt.


Key Facts

  • Honig dient bei Cannabis als natürlicher Trägerstoff und kann die Aufnahme von THC oder CBD beim oralen Konsum unterstützen.
  • Echter Cannabis-Honig entsteht nicht durch Bienen, sondern durch die nachträgliche Anreicherung von Honig mit Cannabisextrakten.
  • CBD-Honig wirkt nicht berauschend und wird häufig zur Entspannung, Stressreduktion und Schlafunterstützung oder bei speziellen Krankheiten eingesetzt.
  • THC-haltiger Space Honig wirkt verzögert, dafür länger und intensiver als inhalierte Cannabisblüten.

Honig und Cannabis zählen zu den ältesten Naturprodukten der Menschheit. Während Honig seit Jahrtausenden als Heil- und Nahrungsmittel geschätzt wird, rückt Cannabis bzw. Hanf – insbesondere in medizinischem Kontext – zunehmend in den Fokus moderner Therapiekonzepte. Die Kombination beider Stoffe, etwa als Cannabidiol (CBD)-Honig oder THC-haltig als sogenannter Space Honig, wirft jedoch viele Fragen auf: Wie wirkt Honig auf Cannabis? Ist Cannabis-Honig legal? Und worauf sollten Patient:innen und Konsument:innen achten?


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Welche Wirkung hat Honig auf Cannabis?

Honig selbst besitzt keine berauschende Wirkung, kann aber als Trägerstoff die Aufnahme von Cannabiswirkstoffen, den Cannabinoiden, unterstützen. Insbesondere bei oraler Konsum sorgt Honig für eine gleichmäßigere Verteilung der Wirkstoffe und kann durch seine enthaltenen Enzyme und Zucker die Bioverfügbarkeit leicht verbessern.

Zudem zeigt Honig beruhigende Eigenschaften auf Magen und Darm, was für medizinische Anwender:innen von Vorteil sein kann.

„Cannabis und Honig lassen sich kombinieren – sinnvoll wird diese Verbindung aber erst dann, wenn Wirkung, Sicherheit und Eigenverantwortung im Mittelpunkt stehen.”
- Dr. Nadine Herwig, Leiterin der Grünhorn Academy


Können Bienen aus Cannabis Honig machen?

Kurz gesagt: Nein – nicht im klassischen Sinn.
Bienen produzieren Honig aus Nektar, Cannabis jedoch bildet keinen Nektar, sondern Pollen. Bienen können Cannabispflanzen zwar anfliegen, aber daraus keinen echten Cannabishonig herstellen. Erfahrene Imker spielen eine wichtige Rolle bei der Honigproduktion und der Integration von Hanf- und Honiganbau, doch echter Hanfhonig, der direkt von Bienen aus Hanfnektar stammt, ist äußerst selten und umstritten.


Können Bienen von Cannabis „high“ werden?

Nein. Cannabis enthält kein THC im Pollen, und selbst wenn: Bienen besitzen kein Endocannabinoid-System wie Menschen. Ein Rauschzustand ist biologisch ausgeschlossen. Dieses Thema gehört klar in den Bereich der Mythen.


Honig als Trägerstoff in der medizinischen Cannabis-Anwendung

In der medizinischen Anwendung spielt nicht nur der Wirkstoff selbst, sondern auch die Darreichungsform eine entscheidende Rolle. Honig eignet sich hier besonders gut als natürlicher Trägerstoff, da er sowohl stabilisierend als auch konservierend wirkt. Cannabinoide lassen sich gleichmäßig einarbeiten, was eine besser kontrollierbare Dosierung ermöglicht als bei vielen selbst hergestellten Edibles. Die Herstellung von Cannabis-Honig ist ein einfacher Prozess, der auch zu Hause durchgeführt werden kann.

Für Patient:innen, die auf das Inhalieren verzichten möchten oder empfindlich auf Kapseln reagieren, kann Cannabis in Honig eine schonendere Alternative darstellen. Gleichzeitig lässt sich Honig leicht portionieren und individuell dosieren – ein Vorteil bei der langsamen Dosisanpassung („Start low, go slow“).



 
 

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Rezept: CBD-Honig – schonend, legal & alltagstauglich

CBD-Honig ist klassischer Honig, dem CBD-Extrakt zugesetzt wurde. Für die Herstellung ist die Auswahl der richtigen Sorte von CBD entscheidend, da verschiedene Sorten unterschiedliche Wirkstoffgehalte aufweisen. CBD-Honig wirkt nicht berauschend und wird häufig zur Unterstützung bei Stress, Schlafproblemen oder innerer Unruhe eingesetzt.


Dosierung (orientierend):

  • Einsteiger: 1 Teelöffel täglich
  • Fortgeschrittene: 1–2 Teelöffel, je nach CBD-Gehalt Die Wirkung setzt langsam ein und ist subtil. Bei Unsicherheiten gilt: lieber niedrig starten.

Zutaten

  • 250 g hochwertiger, möglichst flüssiger Honig (z. B. Akazienhonig)
  • CBD-Öl oder CBD-Isolat (Menge abhängig vom gewünschten CBD-Gehalt)
  • Optional: etwas Kokosöl (verbessert die Bindung der Cannabinoide)
  • Hinweis: Die Auswahl und die Qualität des CBD-Öls sind entscheidend für das Endprodukt. Unterschiedliche Sorten von CBD können den Wirkstoffgehalt und das Aroma des Honigs maßgeblich beeinflussen.

Zubereitung

  1. Honig im Wasserbad oder im Topf leicht erwärmen (max. 40 °C – nicht kochen).
  2. CBD-Öl oder -Isolat einrühren, bis alles gleichmäßig verteilt ist.
  3. Optional einen Teelöffel Kokosöl hinzufügen.
  4. In ein sauberes, dunkles Glas oder Einmachglas füllen und verschließen.

Anwendung & Wirkung

  • 1 Teelöffel täglich, langsam im Mund zergehen lassen oder direkt als Tinktur verwenden
  • Cannabis Honig eignet sich als Süßungsmittel in verschiedenen Speisen und Getränken, zum Beispiel in Backwaren wie Keksen und Muffins, in Tee oder Kaffee, oder in Salatdressings.
  • Wirkung eher subtil und ausgleichend
  • Kein „High“, keine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit

Rezept: THC-haltiger Cannabishonig (Space Honig)

Diese Variante ist nicht für Einsteiger:innen geeignet und sollte niemals unkontrolliert konsumiert werden.


Zutaten

  • 250 g Honig
  • 1–2 g Cannabisblüten (achte darauf, eine Sorte zu wählen, die zu deinen gewünschten Wirkungen und dem Aroma passt – verschiedene Sorten enthalten unterschiedliche Wirkstoffgehalte und beeinflussen das Endprodukt)
  • 1 TL Kokosöl (wichtig!)
  • Backofen, hitzefestes Glas

Schritt 1: Cannabis aktivieren (Decarboxylierung)

  1. Blüten grob zerkleinern und sorgfältig für die Decarboxylierung vorbereiten.
  2. Auf Backpapier verteilen.
  3. 30–45 Minuten bei 105 °C im Ofen erhitzen. Die Decarboxylierung ist ein notwendiger Schritt, um die chemischen Verbindungen im Cannabis, insbesondere THCA, zu aktivieren und in das psychoaktive THC umzuwandeln. Während dieses Prozesses werden die Stoffe wie THCA, die zunächst nicht psychoaktiv sind, durch die Hitze in THC umgewandelt, das für die gewünschte Wirkung in Edibles sorgt.

→ Erst jetzt ist THC oral wirksam.


Schritt 2: Honig herstellen

  1. Honig im Wasserbad erwärmen (nicht kochen). Die Verwendung von Wasser hilft, den Honig sanft zu erhitzen.
  2. Kokosöl einrühren.
  3. Aktivierte Cannabisblüten hinzufügen.
  4. 1–2 Stunden bei niedriger Temperatur ziehen lassen. Achte dabei stets auf die richtige Temperaturkontrolle, um die Wirksamkeit der Cannabisblüten zu erhalten.
  5. Optional: Blüten abseihen (milderer Geschmack).

Anwendung & Wirkung

  • Sehr niedrig dosieren (z. B. ¼ Teelöffel)
  • Cannabis Honig kann als Tinktur oder direkt als Süßungsmittel in verschiedenen Speisen und Getränken verwendet werden, zum Beispiel in Backwaren wie Keksen und Muffins, in Tee oder Kaffee, oder in Salatdressings.
  • Wirkung nach 30–90 Minuten
  • Langanhaltend (4–8 Stunden möglich)

Kann ich Kokosöl mit Cannabis-Honig mischen?

Ja – diese Kombination ist beliebt. Kokosöl bindet THC besonders gut, Honig verbessert Geschmack und Konsistenz. Wichtig ist eine saubere Herstellung und exakte Dosierung, besonders bei THC-haltigen Produkten.


Wann wirkt Space Honig?

Space Honig enthält aktiviertes THC und wirkt daher ähnlich wie andere essbare Cannabisprodukte. Die Wirkung setzt verzögert nach 30–90 Minuten ein, hält dafür deutlich länger an als beim Inhalieren. Für unerfahrene Anwender:innen besteht hier ein erhöhtes Risiko der Überdosierung – Vorsicht ist wichtig.

Eine attraktive Möglichkeit bei der Verwendung von Cannabis Honig ist die individuelle Dosierung, wobei es notwendig ist, zu experimentieren, um den genauen THC-Gehalt zu bestimmen.

Cannabis/THC-Honig entfaltet seine Wirkung über den Verdauungstrakt und wird in der Leber verstoffwechselt. Dabei entsteht aus THC das stärker wirksame 11-Hydroxy-THC, was die intensivere und länger anhaltende Wirkung erklärt. Genau dieser Effekt macht Space Honig für manche Anwender:innen attraktiv – er birgt jedoch auch Risiken, insbesondere für unerfahrene Konsumenten.

Im Vergleich dazu wirkt inhalatives Cannabis schneller, aber kürzer. Patient:innen, die eine langanhaltende Wirkung etwa bei chronischen Schmerzen oder Schlafproblemen suchen, greifen daher häufiger zu oralen Formen wie Honig oder Öl. Wichtig ist hier Geduld: Ein Nachdosieren vor Wirkungseintritt kann leicht zu einer Überdosierung führen.


Was macht die Wirkung von Cannabis stärker?

Mehrere Faktoren können die Wirkung verstärken:

  • Fettige Trägerstoffe wie Öl oder Kokosöl
  • Kombination mit Zucker oder Honig
  • Leerer Magen
  • Hoher THC-Gehalt
  • Geringe Toleranz

Was senkt die Wirkung von Cannabis?

  • CBD (wirkt ausgleichend auf THC)
  • Essen vor oder nach der Einnahme
  • Zeit (Abklingen der Wirkung)
  • Ruhe, Flüssigkeit, frische Luft

Honig selbst senkt die Wirkung nicht, kann sie aber milder erscheinen lassen.


Was kann man noch mit Cannabis alles herstellen?

Cannabis lässt sich vielseitig verarbeiten, unter anderem zu:

  • Ölen (z. B. Cannabis-Kokosöl)
  • Honig
  • Tees (nur mit Fett wirksam)
  • Cremes oder Salben zur lokalen Behandlung von Hauterkrankungen
  • Tinkturen
  • Esswaren/Lebensmittel (Edibles)
  • Butter (Cannabutter)

Medizinische Anwender schätzen vor allem kontrollierbare, orale Darreichungsformen.


Fazit: Hanfhonig – sinnvoll kombiniert mit Verantwortung

Cannabis und Honig können sich sinnvoll ergänzen, insbesondere als Trägerstoff für CBD oder THC. Wichtig sind jedoch Wissen, korrekte Zubereitung und realistische Erwartungen. Für Patient:innen gilt: Therapie gehört in ärztliche Begleitung, für Konsument:innen gilt: langsam herantasten und verantwortungsvoll konsumieren.

Unabhängig davon, ob es sich um CBD- oder THC-haltigen Honig handelt, gilt: Kenntnis über Konzentration und Dosierung ist entscheidend. Während CBD-Honig als gut verträglich gilt, kann THC-haltiger Honig psychoaktiv wirken und sollte nur dort eingesetzt werden, wo dies rechtlich erlaubt und gesundheitlich verantwortbar ist.

Cannabis Honig sollte zur optimalen Haltbarkeit in einem versiegelten Glasgefäß an einem kühlen, dunklen Ort gelagert werden.

Patient:innen sollten Cannabisprodukte grundsätzlich nicht eigenständig herstellen, sondern auf standardisierte Präparate aus der Apotheke zurückgreifen oder die Anwendung ärztlich begleiten lassen. Für Konsument:innen gilt: Qualität, Herkunft und Transparenz sind wichtiger als Trends oder DIY-Rezepte für zu Hause aus dem Internet.

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