Patientenumfrage 2026 zu medizinischem Cannabis: Erfahrungen, Herausforderungen und Realität der Cannabis-Therapie in Deutschland

Aktualisiert am: 25.02.2026

Unsere digitale Patientenumfrage 2026 mit 611 Teilnehmenden liefert klare Antworten zu Zugang, Bürokratie, gesellschaftlicher Akzeptanz und Alltagserfahrungen.

Hier finden Sie die wichtigsten Ergebnisse — kompakt, verständlich und faktenbasiert.

 
 

Grünhorn Academy Podcast

#14 Cannabis in Deutschland: Ein Blick auf die aktuelle Lage mit Prof. Gottschling‬

Mehr erfahren

Zugang zu medizinischem Cannabis: Für viele ein langer Weg

Der Weg zum Cannabis-Rezept ist für viele Patient:innen kein direkter.

  • Nur 24 % erhielten das Rezept beim ersten ärztlichen Kontakt.
  • 23 % mussten mehr als fünf Ärzt:innen aufsuchen.

Abb. 1: Anzahl der besuchten Ärzt:innen

Der Zugang zu medizinischem Cannabis in Deutschland ist inzwischen gut möglich, aber häufig mit mehreren Arztbesuchen verbunden.

Warum Patient:innen eine Cannabis-Therapie beginnen

Die häufigsten Gründe für den Therapiewechsel:

Medizinisches Cannabis wird meist nicht als erste Therapieoption gewählt, sondern bei hohem Leidensdruck oder nach unzureichender Wirkung anderer Behandlungen.

Wie sicher fühlen sich Patient:innen bei Beginn der Therapie?

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage:

  • 68 % fühlten sich gut aufgeklärt und sehr sicher

Abb. 2: Gefühl zu Beginn der Cannabis-Therapie

Nur ein kleiner Anteil fühlte sich klar unsicher. Das zeigt: Die ärztliche Begleitung bei medizinischem Cannabis wird überwiegend positiv bewertet — insbesondere dort, wo Erfahrung mit der Cannabis-Therapie vorhanden ist.

Bürokratie und gesellschaftliche Vorurteile als größte Hürden

Zu Beginn der Therapie empfanden:

  • 36 % Bürokratie und Vorurteile gleichermaßen schwierig
  • 34 % vor allem den Zugang zum Rezept und administrative Prozesse (Antragstellung, Dokumentation usw.) herausfordernd.
  • Für 11 % der Befragten waren weder der Rezepterhalt noch die Reaktion anderer ein Problem.

Aktuelle Herausforderungen im Alltag mit medizinischem Cannabis

Heute, knapp 9 Jahre nach der Legalisierung des medizinischen Cannabis in Deutschland, stehen andere Themen im Vordergrund. Für die von uns befragten Patient:innen sind dies vor allem:

  • Gesellschaftliche Akzeptanz (22 %)
  • Unsicherheiten im Alltag (Arbeit, Autofahren) (21 %)
  • Ärztliche Versorgung und Kostenfragen (je ca. 20 %)

Abb. 3: Aktuelle Herausforderungen

Klar wird: Die medizinische Anwendung ist etabliert - die gesellschaftliche Normalisierung entwickelt sich vergleichsweise langsamer.

Politische Debatte vs. Patientenrealität

55 % der Befragten sagen, die politische Diskussion rund um Cannabis gehe an ihrer Lebensrealität vorbei.

Abb. 4: Erleben der politischen und öffentlichen Diskussion

Auch medial fühlen sich viele nicht ausreichend repräsentiert. Nur knapp 32 % gaben an, sich als Patient:in bei der aktuellen Berichterstattung gesehen zu fühlen.

Ist medizinisches Cannabis im Alltag normal?

Die klare Antwort der Mehrheit:

  • 57 %: „völlig normal“
  • 25 %: „meistens normal“

Abb. 5: Erleben der heutigen Cannabis-Therapie

Über 80 % erleben ihre Cannabis-Therapie als festen Bestandteil ihrer Gesundheitsversorgung.

Für die Mehrheit der Patient:innen ist medizinisches Cannabis heute eine normale Therapieform — nicht Ausnahme, sondern Alltag.

Die wichtigste Botschaft der Umfrage

Auf die Frage nach einem Rat an das frühere Ich antworteten die meisten:

„Lass dich nicht verunsichern.“ (39 %)

Diese Aussage verdeutlicht: Die größte Unsicherheit entsteht häufig nicht durch die Therapie selbst, sondern durch gesellschaftliche Wahrnehmung.


Fazit

Die Patientenumfrage 2026 zeigt: Der Zugang zu medizinischem Cannabis in Deutschland ist häufig langwierig. Patient:innen entscheiden sich meist bei hohem Leidensdruck für die Therapie. Die medizinische Begleitung wird überwiegend positiv erlebt. Die größten Herausforderungen liegen in Bürokratie, gesellschaftlicher Akzeptanz und öffentlicher Wahrnehmung. Für die Mehrheit ist die Cannabis-Therapie heute jedoch normaler Bestandteil ihres Alltags.


FAQ: Häufige Fragen zur Cannabis-Therapie

Wie viele Ärzt:innen muss man aufsuchen, um medizinisches Cannabis zu bekommen?

Laut Patientenumfrage benötigten viele mehrere Arztkontakte. Rund 23 % erhielten das Rezept direkt, während etwa 23 % mehr als fünf Ärzt:innen aufsuchen mussten.

Warum entscheiden sich Patient:innen für medizinisches Cannabis?

Häufige Gründe sind chronische Schmerzen, Schlafstörungen oder ein stark eingeschränkter Alltag.

Ist medizinisches Cannabis im Alltag stigmatisiert?

Viele Patient:innen berichten von gesellschaftlicher Zurückhaltung oder Unsicherheiten im beruflichen Umfeld.

News & Politik

Cannabis Rückblick 2025

Neues Jahr mit Cannabis – Rückblick und Ausblick auf 2026

Medizinisches Cannabis gewinnt weiter an Bedeutung und Akzeptanz. Aktu...

Cannabis-Gesetzentwurf: Was sich jetzt ändert – und was (noch) nicht

Der neue Cannabis-Gesetzentwurf sorgt für Fragen. Erfahre, was sich fü...
Holzblöcke mit Jahreszahl 2024, der letzte Würfel kippt zu 2025

Cannabis-Jahresrückblick 2024: Was bewegte Patienten und Anwender?

Das Jahr 2024 war für die Cannabisbranche in Deutschland äußerst dynam...