Ratgeber

Medizinische Verdampfer

Für Erstanwender von medizinischen Cannabisblüten kann die Anwendungsform der Verdampfung und Inhalation eine Herausforderung darstellen. Nach ärztlicher Untersuchung erhalten Patient:innen in der Regel ein Rezept, welches sie in einer Apotheke einlösen und anschließend ihre Cannabisblüten erhalten. Für diese Form der Anwendung wird ein Gerät benötigt, womit die getrockneten Blüten verdampft und inhaliert werden können.

Hinweis: Das Rauchen von Cannabis wird aus medizinischer Sicht nicht empfohlen!

Für die inhalative Anwendung medizinischer Cannabisblüten sind derzeit drei Geräte zugelassen. Die Verdampfer: Volcano Medic, Mighty Medic und Mighty+ Medic des Unternehmens Storz & Bickel sind zertifizierte Medizinprodukte. Diese dienen der Verdampfung und anschließender Inhalation von medizinisch zugelassenen Cannabisblüten.

Zunächst wird die, durch Mediziner:innen, verschriebene Menge an Blüten mit einer Feinwaage abgewogen und anschließend mit einer Kräutermühle zerkleinert. Die Kräutermühle ist oftmals bereits im Geräteumfang enthalten, andernfalls können die Blüten unter Verwendung anderer Grinder zerkleinert werden. Durch das Zerkleinern der Blüten wird eine größere Oberfläche des zu verdampfenden Pflanzenmaterials geschaffen. Einige Cannabissorten werden bereits granuliert angeboten und können daher direkt verwendet werden.

Die Füllkammer bzw. die Dosierkapsel wird anschließend mit den zerkleinerten Blüten befüllt und auf den Heißlufterzeuger gesetzt.
Es wird empfohlen zum Befüllen der Kapseln bzw. Kammern geringe Mengen von 100 mg zu verwenden, um reproduzierbare Dosen zu erhalten.
Die gewünschte Temperatur kann nun eingestellt werden. Folgend wird mittels einer Membranpumpe die erhitzte Luft durch die Blüten geströmt, was zur Folge hat, dass die inaktiven Carbonsäuren decarboxyliert werden und als aktive Form in einem Aerosol zur Verfügung stehen.

Durch das Einatmen hoch konzentrierter Dämpfe können die Atemwege gereizt werden, weshalb Hustenanfälle oder ein Kratzen im Hals möglich sind. In diesem Fall ist die Verdampfungstemperatur zu senken. Unerfahrene und Erstanwender benötigen gegebenenfalls eine Eingewöhnungsphase, um die für sie richtige Temperatur zu ermitteln. Aus medizinischer Sicht wird immer zu einer bewussten Inhalation geraten. Es ist wichtig, sich auf die eigene Atmung zu konzentrieren und auf Reden, Lachen oder Gähnen zu verzichten, um Hustenanfälle zu vermeiden. Weiterhin ist es ratsam, tief in den Bauch zu atmen und kurz, aber bedacht, die Luft anzuhalten. Anschließend wird der Dampf langsam wieder ausgeatmet. Unter den medizinisch zertifizierten Verdampfern kann man in zwei Kategorien unterscheiden werden. Der Tuttlinger Hersteller Storz& Bickel führt Geräte zur stationären Anwendung, genauer den Volcano Medic 2 und Geräte, welche transportabel sind. Hierzu zählen der Mighty Medic und der Mighty+ Medic.

Die stationäre Anwendung – der Volcano Medic 2

Die aktiven Stoffe, wie Terpene, Cannabinoide und Flavonoide werden in aerosolischer Form in den angeschlossenen Ballon gepumpt. Der Ballon ist auf dem Vaporisator befestigt und fängt alle Aerosole auf. Sobald der Ballon vollständig gefüllt ist, wird dieser abgenommen und ein Mundstück angebracht. Das Aerosol kann nun inhaliert werden. Das Inhalieren sollte den Zeitraum von 10 Minuten nicht überschreiten. Ansonsten kann das Aerosol im Ballon kondensieren und steht dann nicht mehr für die Inhalation zu Verfügung. Um die maximale Verfügbarkeit an Cannabinoiden zu erreichen, muss so lange inhaliert werden, bis beim Ausatmen kein Aerosol (Dampf) mehr zu erkennen ist. Dies ist der Hinweis, dass der Inhalt der Füllkammer verbraucht ist. Die Füllkammer kann mit maximal 1000 mg der zerkleinerten Blüten befüllt werden. Wie bereits beschrieben, wird empfohlen geringe Mengen von 100 mg zu verwenden und in nur einen Ballon bei Höchsttemperatur von 210°C zu verdampfen, um reproduzierbare Dosen zu erhalten.
Der Volcano Medic 2 ist für den Gebrauch zu Hause, im Krankenhaus und in Arztpraxen geeignet, da der sogenannte Tischverdampfer zu diesen medizinischen Zwecken entworfen wurde.

Die mobile Anwendung – der Mighty(+) Medic

Analog verhält es sich mit dem Mighty+ Medic bzw. Mighty Medic. Die zu verdampfende Menge an Blüten wird abgewogen, zerkleinert und in eine Dosierkapsel eingefüllt. Da mehrere Kapseln im Lieferumfang enthalten sind, ist eine Vorportionierung möglich.
Die befüllte Dosierkapsel wird in die Füllkammer eingesetzt und das Kühlelement aufgesetzt. Anschließend wird das Gerät eingeschaltet und auf die gewünschte Temperatur erhitzt. Seitens des Herstellers wird eine Einstiegstemperatur von 180° empfohlen. Sobald die Solltemperatur erreicht ist, kann inhaliert werden. Auch bei diesem Gerät ist es notwendig, solange zu inhalieren, bis beim Ausatmen kein Dampf mehr zu erkennen ist.
Das Gerät ist selbsterklärend und leicht zu bedienen. Die gewünschte Temperatur wird zusätzlich über eine kurze Vibration signalisiert. Ein großer Vorteil des Mighty Medic ist die hohe Flexibilität, die das Gerät im Alltag verschafft. Da diese Vaporisatoren tragbar sind und über zwei Akkus verfügen, ermöglichen sie eine mobile und schnelle Anwendung.

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