Ratgeber

Woran erkenne ich eine gute medizinische Cannabisblüte?

Für die Produktion von medizinischen Cannabisblüten gelten besondere Regelungen, um eine Qualität nach pharmazeutischen Standards zu gewährleisten.
Bei medizinischen Cannabisblüten handelt es sich um pflanzliche Arzneimittel, die nach der Guidance on Good Agricultural and Collection Practice for starting materials of herbal origin (GACP) [EMEA/HMPC/246816/2005] hergestellt werden. Dies bildet die gute Grundlage für eine gleichbleibend hohe Qualität.

Anschließend werden die Blüten auf ihre mikrobiologische Qualität gemäß den entsprechenden Monographien des DAB (deutsches Arzneibuch) und Methoden des Ph.Eur. (Europäisches Arzneibuch) analysiert und geprüft. Erst nach Entsprechungen der geforderten Anforderungen erhalten die Blüten eine Freigabe mit Analysenzertifikat und können nachfolgend in den Verkehr gebracht werden. Das gilt für alle medizinischen Cannabisblüten.

Für Transport und Lagerung müssen Bedingungen eingehalten werden, um die Qualität aufrecht zu erhalten. Unter anderem soll der Wassergehalt angemessen niedrig sein und bei der Verpackung Maßnahmen zum Ausschluss von Luftsauerstoff getroffen werden, um auch die Gehalte der Cannabinoide aufrecht zu erhalten.

Woran kann ich erkennen, dass die Blüten von guter Qualität sind?

Bei der Betrachtung von medizinischen Cannabisblüten sind maßgeblich die äußeren Merkmale zu prüfen. Dabei handelt es sich um Kriterien, wie Aussehen, Farbe, Geruch, Konsistenz, usw..

Aufgrund der zahlreichen verschiedenen medizinischen Cannabisblüten ist eine Festlegung, wie eine Blüte im Idealfall in Bezug auf die Kriterien sein soll, sehr komplex. Die Merkmale einer Blüte werden vorrangig durch die Sorte und auch Genetik vorgegeben. Des Weiteren wirken äußere Einflüsse, wie Anbaubedingungen, Ernte, Transport, Lagerung, Weiterverarbeitung und Behandlung auf die Qualität ein.

Die Beschaffenheit der Blüten richten sich nach der Genetik, also danach, ob es sich um eine Indica-, Sativa- oder Hybrid -Sorte handelt. Generell werden sie wie folgt beschrieben:

  • Sativa: lange Blütenstände, länglich, schmal, voluminös, weniger Gewicht, Blätter eher hellgrün
  • Indica: dichte Blüten, fest, kompakt, kleiner als Sativa-Blüten, schwerer (Gewicht), dunkelgrüne Blätter
  • Hybrid: keine einheitliche Definition, da verschiedene Kreuzungen möglich mit unterschiedlichem Anteil an Sativa- bzw. Indica-Genetik

Farbe und Geruch

Ebenfalls gibt es Unterschiede in den Farben der Blüten, welche durch weitere sekundäre Pflanzenstoffe, wie beispielsweise Anthocyane verursacht werden können.
Ein wichtiges Kriterium für gute Qualität ist ein intensiver Geruch. Ausschlaggebend dafür sind die in der Blüte enthaltenen Terpene. Da diese Terpene ebenfalls die Wirkungen der Cannabinoide THC und CBD beeinflussen, zeugt es von guter Qualität, wenn davon viel enthalten ist. Aufgrund der Vielzahl an Terpenen, variieren die Gerüche von Cannabisblüten. Denn jede Blütensorte weist ein anderes Terpenprofil auf. Somit ist ein Vergleich verschiedener Blütensorten mitunter schwer. Einige Terpene verursachen einen fruchtigen bis hinzu blumigen Geruch, während andere vorrangig einen kräuterartigen, würzigen Geruch aufweisen. Jede Cannabisblüte hat somit ein individuelles Geruchsprofil.

Lagerung

Um jedoch den Terpen-Gehalt entsprechend zu erhalten, ist eine Lagerung unter optimalen Bedingungen notwendig. Die Blüten sollten daher bei Temperaturen unter 25 Grad Celsius, vor Licht geschützt und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Das Gefäß sollte nur zur Entnahme der jeweiligen Dosis geöffnet werden.
Terpene sind in den Trichomen enthalten. Dies sind haarähnliche Strukturen auf der Oberfläche von Cannabispflanzen. Sie können sich in Größe und Form unterscheiden. Auch diese Trichome stellen ein Qualitätskriterium dar. Oftmals wird diese Struktur fehlinterpretiert. Sie können wie ein kristalliner Überzug erscheinen.
Zur Beurteilung der Qualität gehört ebenfalls die Anwesenheit/Abwesenheit von Nebenbestandteilen, wie Blättern, Samen und Stängeln. Davon sollte im besten Fall nichts vorhanden sein. Dennoch sind nach den Monographien des Deutschen Arzneibuches das Vorhandensein von Kleinstmengen zulässig und fast nicht vermeidbar.

Der Trocknungsgrad der Blüten hat ebenfalls Einfluss auf die Qualität. Zu feuchte Blüten können ein Hinweis darauf sein, dass die Blüten nicht ausreichend getrocknet worden sind und somit ein potenzieller Nährboden für Schimmel sein können. Jedoch auch eine zu trockene Blüte zeugt nicht von guter Qualität.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass bei einem Naturprodukt wie dem medizinischen Cannabis verschiedene Faktoren bei der Produktion und der Lagerung danach und der Weiterverarbeitung einen großen Einfluss auf die Qualität haben können. Hersteller und auch Apotheken sind darauf bedacht, den Patienten medizinisches Cannabis von hoher Qualität zur Verfügung zu stellen.