Ratgeber

Nebenwirkung von Cannabis

Was können Nebenwirkungen von Cannabis sein?

Bei Cannabis gibt es wie bei allen anderen Substanzen auch Nebenwirkungen. Akut betroffen sind vor allem die Psyche und Psychomotorik der Patienten, sowie Herz und Kreislauf. Die Symptome verschwinden meist nach kurzer Eingewöhnungszeit. Die psychotrope Wirkung, die oft als angenehm und entspannend wahrgenommen wird und therapeutisch nutzbar ist, kann jedoch auch in Dysphorie, Angst und Panik umschlagen.[1]

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Häufige (>1/100, <1/10) Nebenwirkungen sind Depression oder Verwirrung, Übererregtheit oder Realitätsverlust, Gedächtnisstörungen oder Konzentrationsschwäche, Schläfrigkeit oder Schwindel, Seheintrübung, Sprachstörungen, größerer oder kleinerer Appetit, veränderter Geschmackssinn oder Mundtrockenheit, Verstopfung oder Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen, Mundbeschwerden einschließlich Brennen, Schmerzen oder Mundaphthen, Energielosigkeit oder Schwächegefühl oder allgemeines Unwohlsein, Unbehagen oder Trunkenheitsgefühl und Gleichgewichtsverlust oder Gefahr des Hinfallens. Nebenwirkungen, die als kritisch einzustufen sind und gegebenenfalls ein Absetzen der Cannabismedikation zur Folge haben können, sind Psychosen, verlängerte Panikattacken, Verwirrtheit, Bewusstseinsveränderungen und starke Unruhe.[2]

Nebenwirkungen aus Studien?

Es gibt zwei Studien die die Nebenwirkungen von Cannabinoiden gut beschreiben. Eine von Whiting et al. durchgeführte Meta-Analyse von 79 Studien zum Einsatz von Cannabinoiden in der Medizin ergab ein erhöhtes Risiko für kurzzeitige unerwünschte Nebenwirkungen wie Schwindel, Mundtrockenheit, Übelkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Euphorie, Erbrechen, Orientierungsstörungen, Benommenheit, Verwirrtheit, Gleichgewichtsstörungen und Halluzinationen. Eine weitere Studie von Müller-Vahl und Grotenhermen (2017) weist darauf hin, dass akute Nebenwirkungen vor allem die Psyche und Psychomotorik (Euphorie, Angst, Müdigkeit, reduzierte psychomotorische Leistungsfähigkeit) sowie Herz und Kreislauf (Tachykardie, Blutdruckabfall, Schwindel, Synkope) betreffen können.[3]

Wann sollte Cannabis nicht eingenommen werden?

Medizinisches Cannabis sollte immer in Absprache mit einem gut informierten Arzt passieren. Dieser bespricht auch mögliche Gegenanzeigen. So gibt es bestimmte Risikogruppen mit schweren psychischen Vorerkrankungen, wie Schizophrenie bei denen Cannabis nicht eingenommen werden sollte. Diese Beratung sollte aber immer zwischen Arzt und individuellem Patienten stattfinden.[4]

Gibt es Wechselwirkungen, die vermieden werden sollen?

Wie viele andere Wirkstoffe werden sowohl THC als auch CBD über das hepatische Cytochrom P450-System (CYP450) verstoffwechselt. Deswegen kann es zur gegenseitigen Beeinflussung von Wirkstoffspiegeln kommen, wenn andere Medikamente gleichzeitig über die gleichen Enzyme abgebaut werden. Vorsicht gilt bei der gleichzeitigen Einnahme von Cannabis und Antimykotika, Antidepressiva, Antibiotika, einiger Antihypertonika, Hypnotika, Sedativa oder Alkohol. Es kann es dazu kommen, dass Wirkstoffe in Ihrer Wirkung verstärken oder abschwächen können.[5]

Quellen
[1] [2] [3] [4] [5]

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